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1903 bis 43 bestand in St.Gallen ein Puppentheater: Hermann Scherrers «St.Galler Marionettentheater». Es war die erste feste Puppenbühne in der Schweiz. Mit kleinen Marionetten wurden in einer kleinen Guckkastenbühne im naturalistischen Stil der Zeit Pocci-Stücke und andere traditionelle Puppenspiele wie der "Faust" gespielt.

1956: anlässlich der Hundertjahrfeier des St.Galler Gymnasiums, inszenierte Dr.Hans Hiller mit Schülern "Goethe im Examen" von Friedell / Polgar als Marionettenstück. Die Aufführungen waren ein grosser Erfolg. Der Ruf nach Wiederholung, nach Weiterführung, Institutionalisierung – eben nach einem St.Galler Puppentheater wurde laut.

Hiller forderte nun alle Puppenspieler der Region auf, in einem improvisierten Theaterraum ihre Stücke öffentlich zu zeigen.
Nach drei Jahren schliesslich konnte man ein eigenes, festes Theater mit einer Handpuppen- und Marionettenbühne beziehen.

1986 Leiterwechsel zu Tobias Ryser
Weiterentwicklung der traditionellen Spielweise mit Marionetten- und Handpuppen zu neueren experimentelleren Formen (offenes Spiel, Kombination mit Schauspiel, andere Bühnenformen) mit verschiedensten Puppenarten: Stabpuppen, lebensgrossen Puppen, Stockpuppen.

Das Haus, wie es sich heute präsentiert
Das Figurentheater St.Gallen mit festem Haus in St.Gallen wird durch Stadt und Kanton, sowie einen Trägerverein subventioniert. Es bietet ein abwechslungsreiches Programm in Form von Eigenproduktionen und Gastspielen für Kinder und Erwachsene an. Dabei werden traditionelle Formen mit Puppen (Hand- und Stabpuppen- sowie Marionettenspiel) aber auch offene und experimentelle Spielformen in Kombination mit Schauspiel gepflegt. Das Ensemble, das hauptsächlich aus semiprofessionellen Spielerinnen und Spielern, Regisseuren, Musikern, Bühnen- und Puppenbildnern besteht, wird nicht selten durch Profis aus der freien Theater-, Musik-, und Kunstszene ergänzt. Das Theater steht unter fester, professioneller Leitung von Tobias Ryser. Seit Jahren verfolgt der Theaterleiter das Konzept, nebst dem Kindertheater, einen vielfältigen Spielplan für Erwachsene (durch Eigenproduktionen und Gastspiele) anzubieten, in dem Puppen-Theater im weitesten Sinne zur Anwendung kommt.

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